Überspringen zu Hauptinhalt
Pflichtenheft Und Lastenheft Beim IT Projektvertrag – Was Muss Rein?

Pflichtenheft und Lastenheft beim IT Projektvertrag – was muss rein?

Das Lastenheft und das Pflichtenheft sind die Leistungsbeschreibung und stellen praktisch das „Herz“ des IT Projektvertrags dar. Die Leistungsbeschreibung definiert den Umfang dessen, was der Auftragnehmer an Leistungen zu erbringen hat. Verlangt der Auftraggeber nach Vertragsschluss eine Änderung der vereinbarten Leistungen und kommt der Auftragnehmer dem nach, müssen diese Leistungen zusätzlich vergütet werden. Bei der Abfassung der Leistungsbeschreibung ist daher besondere Sorgfalt notwendig, damit nichts vergessen wird.

Kommt es zur Realisierung eines IT-Projektes, ohne dass die Vertragsparteien zuvor die Leistungsbeschreibung erarbeitet haben, schuldet der Auftragnehmer nur eine Software, die nach den allgemeinen Grundsätzen dem Stand der Technik bei mittlerem Ausführungsstandard entspricht.

Was ist der Unterschied zwischem einem Lastenheft und einem Pflichtenheft?

Das Lastenheft listet alle Anforderungen auf, die das Projekt aus Auftraggebersicht erfüllen muss, also „können“ muss: Was möchte der Auftraggeber an Software geliefert bekommen? Es enthält die fachlichen Anforderungen und ist vom Auftraggeber zu erstellen.

Das Pflichtenheft listet dagegen auf, wie der Autragnehmer die Anforderungen des Auftraggebers aus dem Lastenheft konkret technisch umsetzen will.

Innerhalb des IT-Projektes stellen die Erarbeitung des Lastenheftes und des Pflichtenheftes eigene Milestones dar, die jeweils abgenommen werden müssen, bevor es in die Umsetzungsphase geht.

In der Praxis wird die Leistungsbeschreibung oftmals in Workshops mit dem Auftraggeber und Aufragnehmer gemeinsam erarbeitet.

Was gehört in das Lastenheft?

  • Ziele der geplantenSoftware
  • Spezifikationen und Funktionen der geplanten Software
  • Erforderliche Funktionen
  • Technische Daten

Was gehört in das Pflichtenheft?

Das Pflichtenheft legt die Sollbeschaffenheit der vom Anbieter geschuldeten Leistung fest. Kommt es später zu Änderungen der Leistung gegenüber der zuvor vereinbarten Leistung, ist das eine Vertragsänderung, die keine der Vertragsparteien einseitig festlegen darf. Vielmehr können solche Änderungen nur nach einem gemeinsam im Vertrag geregelten Change-Request-Verfahren vorgenommen werden.

Checkliste zur Erstellung des IT-Pflichtenhefts

Die Leistungsbeschreibung bzw. das Pflichtenheft muss festlegen,

  • welche Leistungen der Auftraggeber zu erbringen hat,
  • welche Leistungsmerkmale erfüllt sein müssen, damit das IT-Projekt abgenommen werden kann,
  • welche Projektstufen es gibt und wie der Zeitplan aussieht.

Die Gliederung kann so aussehen:

  • Feinspezifikation der Funktionen
  • Kosten-/Nutzenschätzung
  • Projektwertanalyse
  • Festlegung der Teilprojekte, Arbeitspakete, Unterlieferanten
  • Verfeinerung der Projektpläne
  • endgültige Leistungsbeschreibung

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: © metamorworks – stock. adobe. com
An den Anfang scrollen